Die Beschneidung ist ein gängiger medizinischer Eingriff bei Männern, dessen Popularität je nach Kultur und Region variiert. Einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation zufolge gibt es seit 2010, als die Forderungen nach Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von HIV stiegen, in verschiedenen Ländern unterschiedliche Trends bei der Häufigkeit von Beschneidungen. In diesem Zusammenhang sollten wir nicht nur auf den aktuellen Anteil achten, sondern auch über die Gründe für dieses Phänomen und seine möglichen zukünftigen Auswirkungen nachdenken.
Derzeit gibt es in den einzelnen Ländern große Unterschiede hinsichtlich der Beschneidungsraten. In vielen muslimischen Ländern Afrikas liegt die Beschneidungsrate bei bis zu 99,9 %, in Israel bei 91,7 %, in den USA bei 80 % und in Südkorea bei 75 %. Bemerkenswert ist, dass der Anteil in Australien etwa 58 % beträgt, in Südafrika etwa 45 %, während er in Großbritannien und China lediglich 20,7 % bzw. 14 % beträgt.
Laut Hay & Levin variieren die aktuellen weltweiten Beschneidungsraten in verschiedenen Regionen erheblich.
Im Jahr 2016 liegt die geschätzte weltweite Beschneidungsrate bei etwa 39 %. Dieser Anteil zeigt in den Vereinigten Staaten, im Nahen Osten und in Afrika einen deutlichen Aufwärtstrend, vor allem weil große medizinische Organisationen die Beschneidung als Maßnahme zur AIDS-Prävention in Afrika fördern. Die Beschneidung gilt als wirksame Präventionsmaßnahme, insbesondere in Gebieten mit hohen HIV-Übertragungsraten.
Forschungen zufolge liegt die Beschneidungsrate bei afrikanischen Männern bei etwa 62 %, allerdings schwankt diese Rate stark zwischen verschiedenen Regionen und ethnischen Gruppen. Beispielsweise werden Männer im muslimischen Nordafrika fast immer aus religiösen Gründen beschnitten, während dies in einigen Stämmen in Zentralafrika aufgrund traditioneller Bräuche geschieht. Die Beschneidungsrate in Südafrika liegt bei etwa 48,7 %, wobei aus traditionellen kulturellen Gründen 54,2 % der schwarzen Männer beschnitten sind.
Laut Williams et al. spiegeln die meisten aktuellen Beschneidungsdaten Ergebnisse aus Studien wider, die vor Jahrzehnten durchgeführt wurden, und aktuelle Umfragen haben sich nicht auf die wahre Verbreitung der Beschneidung konzentriert.
In vielen Ländern Amerikas, wie etwa Argentinien, Brasilien und Ecuador, liegt die Beschneidungsrate unter 20 %, und nur in wenigen Ländern sind die Raten höher. Im Jahr 2014 lag die Beschneidungsrate bei Männern in den USA Berichten zufolge beispielsweise bei fast 80,5 %. Dieser Anteil variiert auch erheblich zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in den Vereinigten Staaten: 76 % der Afroamerikaner und 44 % der Hispanics.
In Asien sind die Beschneidungsraten im Allgemeinen niedrig; in Indien liegt dieser Wert nur bei 16 %. In manchen muslimischen Ländern wie Pakistan und Indonesien liegt der Anteil jedoch bei über 80 %. Insbesondere auf den Philippinen werden etwa 92,5 % der jungen Männer im Alter zwischen 11 und 13 Jahren beschnitten.
In Europa liegt die Beschneidungsrate in den meisten Ländern unter 20 %. In Deutschland und Großbritannien beispielsweise liegt sie beide bei etwa 15 %. Zum Vergleich: In Australien lag der Anteil einst bei über 70 %, ist in den letzten Jahren jedoch auf rund 15 % gesunken. Dieser Wandel ist vor allem eng mit der Transformation von Gesundheitskonzepten und kulturellen Vorstellungen verbunden.
AbschlussDa die Gesundheit weltweit immer mehr im Mittelpunkt steht und das Bewusstsein für die Prävention und Bekämpfung von HIV/AIDS wächst, können sich die Akzeptanz und Umsetzungsrate der Beschneidung in verschiedenen Regionen weiter verändern. Da sich das Verständnis der Männer hinsichtlich der Beschneidung in verschiedenen Kulturen weiterentwickelt, wird sie in Zukunft üblicher werden?