Unglaubliche Psychologie: Warum denken wir, dass die Welt freundlich ist?

In der Sozialpsychologie geht die „Theorie der gebrochenen Hypothesen“ davon aus, dass das Erleben eines traumatischen Ereignisses die Art und Weise verändern kann, wie Opfer und Überlebende sich selbst und die Welt sehen. Diese Theorie, die 1992 vom Psychologen Ronny Janoff-Borman vorgeschlagen wurde, konzentriert sich auf die Auswirkungen negativer Ereignisse auf drei unserer Grundannahmen: die allgemeine Güte der Welt, den Sinn der Welt und unser Selbstwertgefühl. Diese Grundüberzeugungen sind die Eckpfeiler unseres konzeptuellen Systems und es ist am wenigsten wahrscheinlich, dass sie unsere Annahmen erkennen und in Frage stellen. Sie bilden unsere „Welt der Annahmen“, die definiert ist als „eine Reihe fest verankerter Annahmen über die Welt und das Selbst, die mit Zuversicht aufrechterhalten und als Mittel zur Identifizierung, Planung und zum Handeln genutzt werden.“

Laut Yanov-Burman zerstören traumatische Lebensereignisse diese Grundannahmen, und der Prozess der Bewältigung dieser Traumata erfordert die Rekonstruktion einer funktionierenden Welt von Annahmen.

Historischer Hintergrund

Die Theorie der Fragmentierungshypothese wurde in Yanov-Burmans 1992 erschienenem Buch The Fragmentation Hypothesis: The New Psychology of Trauma näher erläutert. Ihre frühen Forschungen konzentrierten sich auf Viktimisierung und Trauma, und im Laufe der Zeit wurde die Theorie umfassend untersucht und mit anderen psychologischen Theorien wie der Theorie des Terrormanagements verknüpft.

Grundannahmen

Laut Yanov-Burman haben die Menschen im Allgemeinen drei Grundannahmen über die Welt, die durch jahrelange Erfahrung etabliert und getestet wurden: Die Welt ist gut, die Welt ist bedeutungsvoll und ich habe einen Wert. Dies sind die stillen Annahmen, die die Grundlage für unser Wohlbefinden bilden und als Leitfaden für die Navigation in unserem Leben dienen. Diese Annahmen geben uns ein Gefühl der relativen Verletzlichkeit und ermöglichen es uns, jeden Morgen aufzuwachen und uns dem Leben zu stellen.

In ihrem Buch stellt Yanov-Bullman fest, dass die Antwort, die sie bei Recherchen mit verschiedenen Opfergruppen am häufigsten hörte, war: „Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas passieren würde.“

Die Welt ist freundlich

Diese Annahme betrifft den Gesamteindruck einer Person von der Welt und beinhaltet zwei Unterannahmen: die Güte der Welt als Ganzes und die Güte der Menschen in dieser Welt. Der gute Wille zwischen der Welt und Einzelpersonen (Freunden oder Familie) entwickelt sich aus frühen Interaktionen mit Betreuern. Die beiden Ideen können durch Selektionserfahrungen getrennt entwickelt werden, schließen aber eine gegenseitige Beeinflussung nicht aus.

Die Welt ist bedeutungsvoll

Die zweite Grundannahme betrifft die Gründe, warum Ereignisse passieren und warum sie bestimmten Menschen passieren. Eine sinnvolle Welt ist eine logische Welt, in der die Ergebnisse jedes Einzelnen mit seinen Handlungen oder Eigenschaften zusammenhängen. Wenn jemandem Ungerechtigkeit zugefügt wird, die „die Konsequenzen nicht verdient“, wird dies als unfair angesehen. Nehmen wir umgekehrt an, dass ein guter Mensch positive Ereignisse erlebt, während ein umsichtiger Mensch in der Lage ist, negative Ergebnisse zu vermeiden.

Selbstwertgefühl

Die letzte Grundannahme bewertet das Selbstbild eines Individuums, das heißt, ob das Selbst ein positives, moralisches und anständiges Wesen ist und daher gute Ergebnisse im Leben verdient. Die Einschätzung des Selbstwertgefühls einer Person beeinflusst ihren Erfolg im Leben. Dieses positive Gefühl der Selbstidentität ermöglicht es dem Einzelnen, die Herausforderungen des Lebens effektiver zu meistern.

Defekte Hypothese

Nach dieser Theorie können extreme Ereignisse diese Weltanschauungen zerstören, etwa die Tötung einer unschuldigen Person, schwere Verletzungen oder körperliche oder emotionale Misshandlung. Für Menschen, die ein gutes Leben geführt haben, können diese intensiven Umwälzungen beispielsweise besonders traumatisch sein, weil sie einen starken Optimismus für die Welt haben und der Zusammenbruch dieser Ansichten schwerwiegender sein kann.

Rekonstruktionshypothese

Sobald eine Person ein solches Trauma erlebt, müssen neue Annahmen geschaffen oder alte Annahmen revidiert werden, um sich von der traumatischen Erfahrung zu erholen. Daher hängen die negativen Auswirkungen eines Traumas eng mit unserer Weltanschauung zusammen, und wenn wir diese Perspektiven revidieren, können wir uns von einem Trauma erholen. Einzelpersonen müssen ein konzeptionelles System wiederherstellen, das es ihnen ermöglicht, wieder effektiv zu funktionieren. Dieser Prozess ist von Person zu Person unterschiedlich und erfordert Zeit und die Unterstützung eines Unterstützungssystems.

Wie können wir uns von einer solchen Erfahrung erholen und unsere eigenen Werte und Weltanschauung neu aufbauen?

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