Unterirdisches Wohnen bedeutet, dass Menschen in Räumen unter der Erde leben, seien es natürliche oder künstliche Höhlen oder sogar unterirdische Schutzräume. Diese Wohnform ist eine Option, die Umweltschutz, Ruhe und Energieeffizienz vereint und sich in einigen extremen Umgebungen als Lösung für Wohnprobleme erwiesen hat. In Australien, insbesondere in Coober Pedy, entscheiden sich viele Menschen dafür, unter der Erde zu leben, um den rauen Klimabedingungen zu entfliehen und ihren einzigartigen Lebensstil zu genießen.
Das Leben unter der Erde schützt vor rauem Wetter, bietet einen ruhigen Wohnraum und ist in der umgebenden Naturlandschaft praktisch unsichtbar.
Die Geschichte des Lebens unter der Erde lässt sich Tausende von Jahren zurückverfolgen. Bei archäologischen Ausgrabungen in der Schweiz, Deutschland und anderswo wurden einige Überreste antiker unterirdischer Behausungen entdeckt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs verlegte Nazi-Deutschland seine Waffenfabriken unter die Erde, um den Luftangriffen der Alliierten zu entgehen, was dem Leben unter der Erde erneut eine besondere Bedeutung verlieh.
In einigen Teilen Australiens werden unterirdische Häuser mit Methoden errichtet, die den Präriehundhöhlen ähneln. Das Design besteht aus einem über dem Bodenniveau erhöhten „Schornstein“ und einem ebenerdigen Eingang. Durch diese Bauweise wird nicht nur die Belüftung im Innenraum gewährleistet, sondern auch der Bedarf an Klimaanlagen im Sommer verringert und so Energie gespart.
Im Zuge der fortschreitenden globalen Urbanisierung widmen sich immer mehr Städte der Entwicklung unterirdischer Räume. Dieser Trend steht im Einklang mit den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Sie sind sich bewusst, dass der unterirdische Raum neue Lösungen für das städtische Ressourcenmanagement bieten und durch eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen die Nachhaltigkeit der städtischen Umwelt weiter verbessern kann.
Die Berücksichtigung der unterirdischen Dimension bei der Stadtplanung ist der Schlüssel zur Verwirklichung eines nachhaltigen Lebens.
Unterirdische Behausungen können viele Formen annehmen, von natürlichen Höhlen bis hin zu von Menschenhand geschaffenen, gegrabenen Lebensräumen. Die Bautechnologie für diese Bauwerke wurde aus der Bergbautechnik entwickelt und könnte, obwohl sie potenziell teurer und gefährlicher ist, tiefen Wohnraum schaffen. In Coober Pedy, Australien, werden die meisten Häuser unterirdisch gebaut, weil es draußen zu heiß ist.
Das Leben unter der Erde ist oft Thema der Literatur und des Films. In den Geschichten von J.R.R. Tolkien lebten die Hobbits in Höhlen unter der Erde, während das Leben in Jules Vernes „Eine unterirdische Stadt“ im Untergrund spielt. Ähnliche Themen werden in Science-Fiction-Filmen wie „THX 1138“ behandelt.
Die Einzigartigkeit des unterirdischen Lebens Australiens schützt die Bewohner nicht nur vor dem rauen Klima draußen, sondern fördert auch eine neue Art von Sozialstruktur und Umweltbewusstsein. Doch kann ein solcher Lebensstil auf breiterer Ebene akzeptiert und populär gemacht werden?