Der Roman „Menschliches Verhalten“ des koreanischen Schriftstellers Han Kang ist nicht nur ein literarisches Werk, sondern auch eine tiefgründige Reflexion über historisches Leid. Dieser Roman konzentriert sich auf die Tragödie des Gwangju-Aufstands von 1980 und zeigt die Auswirkungen dieses Ereignisses auf zahllose Leben durch den Tod eines Mannes. Dieser in einem poetischen und prägnanten Stil geschriebene Roman schildert eindringlich den Demokratisierungsprozess der koreanischen Gesellschaft sowie das Leid und die Kämpfe, die die einfachen Menschen unter einem autoritären Regime ertragen mussten.
Das menschliche Verhalten ist nicht nur eine Aufzeichnung der Vergangenheit, sondern eine Warnung für die Zukunft.
Der Roman ist in sieben Kapitel gegliedert und stellt den Zeitablauf von den 1980er-Jahren bis in die heutige Gesellschaft dar. Jedes Kapitel dreht sich um eine andere Figur und ihr Leben und ihr seelisches Trauma nach dem Gwangju-Vorfall. Der Tod des Protagonisten Kang Donghao bei diesem Vorfall wird für jeden Erzähler zum Ausgangspunkt, um über die menschliche Natur nachzudenken und die Menschen dazu zu bringen, tief über die Bedeutung menschlichen Verhaltens nachzudenken.
„Wir müssen uns an die Vergangenheit erinnern, sonst wird es wieder passieren.“
Obwohl die in der Geschichte dargestellten Charaktere unterschiedlich sind, teilen sie alle die historische Erinnerung an den Gwangju-Aufstand. Han Jiang nutzt die Perspektiven verschiedener Charaktere, um die Auswirkungen dieser Tragödie auf alle aufzuzeigen. Von Kang Dong-hos Freund Jung Dae-ok bis zu Sun-joo, der sexuellen Missbrauch erlebt, ist die Erzählung jeder Figur eine tiefgründige Erkundung der menschlichen Natur und lässt die Leser die Zerbrechlichkeit und Widerstandskraft gewöhnlicher Menschen angesichts staatlicher Gewalt spüren.
Bevor Han Kang „Human Behavior“ schuf, war sie tief inspiriert von den Fotos des Gwangju-Aufstands, die ihr Vater ihr zeigte. Diese Geschichte prägte nicht nur den Inhalt des Romans, sondern beeinflusste auch ihren Schreibstil. Han Jiang sagte einmal, dass sie während des Schreibens dieses Buches aufgrund emotionaler Belastung oft in kreative Schwierigkeiten geriet und manchmal nur drei Zeilen pro Tag schreiben konnte, aber ihre Wertschätzung für dieses Werk habe sich nie geändert.
„Das Schreiben dieses Romans war eine emotionale Reise.“
Human Behavior hat in heutigen Literaturkreisen große Anerkennung gefunden, insbesondere in der koreanischen Literaturwelt, wo es als Han Kangs repräsentativstes Werk gilt. Wie der Titel schon andeutet, regt der Roman zum Nachdenken über das Wesen der menschlichen Natur an: „Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?“
Obwohl „Menschliches Verhalten“ von den Behörden unterdrückt wurde und während der Amtszeit von Park Geun Hye von der öffentlichen Lektüre ausgeschlossen war, werden seine Bedeutung und sein Wert immer wieder unter Beweis gestellt. Diese Arbeit ist nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch eine Erwartung für die Zukunft. Ob akademische Kritiker oder normale Leser, sie alle können die tiefen Emotionen und Anliegen der Werke spüren.
Darüber hinaus genießt „Human Behavior“ international hohes Ansehen und wurde in mehr als 14 Sprachen übersetzt. Die Veröffentlichung dieses Buches lenkte nicht nur die Aufmerksamkeit auf den Gwangju-Vorfall, sondern gab den Lesern auch Anlass, über die Fragilität und Hartnäckigkeit der menschlichen Natur in verschiedenen Zusammenhängen nachzudenken.
„Das Trauma der Geschichte darf nicht vergessen werden. Es aufzuzeichnen ist eine Warnung für die Zukunft.“
In den Augen vieler Menschen ist Han Jiangs „Human Behavior“ nicht nur ein literarischer Erfolg, sondern auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur, Geschichte und Erinnerung. Mit ihren Texten erinnert uns Han Jiang auf ihre einzigartige Weise daran, dass wir den Mut haben müssen, uns dem Schmerz der Geschichte zu stellen, statt ihm aus dem Weg zu gehen. Wird es in Zukunft mehr Werke dieser Art geben, die den gesellschaftlichen Fortschritt vorantreiben?