Die englische Reformation im 16. Jahrhundert war ein bedeutendes historisches Ereignis, das nicht nur den Glauben beeinflusste, sondern auch die Beziehung zwischen Regierung und Kirche veränderte. Obwohl die Ursprünge dieser Reform in den Eheschwierigkeiten Heinrichs VIII. lagen, wurde sie tatsächlich stark von der breiteren religiösen Reformbewegung in Europa zu dieser Zeit beeinflusst, insbesondere von den Ideen Martin Luthers. Was war der Grund dafür, dass sich Luthers Ideen in England wie ein Lauffeuer verbreiteten?
Die englische Reformation begann mit der Auflösung der Ehe Heinrichs VIII., als er versuchte, seine Verlobung mit seiner ersten Frau Katharina aufzulösen, was jedoch vom Papst abgelehnt wurde.
Dieser historische Hintergrund trennte die Kirche von England vom römischen Katholizismus und Heinrich VIII. erklärte sich selbst zum obersten Führer der Kirche von England. Damals ebnete der schwindende Einfluss der Kirche gepaart mit Luthers religiösen und politischen Vorstellungen den Weg für die Reformation in England. Wenn die Alphabetisierungsrate hoch ist, haben sie Zugang zu den Dokumenten der Reformationsbewegung unter der Leitung von Martin Luther. Diese Dokumente befürworteten die Erlösung durch direkte Kommunikation mit Gott durch den Glauben und betonten die Kraft des Glaubens selbst.
In den frühen Tagen der Reformation wurden Luthers Lehren von einigen britischen Intellektuellen unterstützt. Sie stellten sich nicht nur gegen die übernatürlichen Ansichten der Katholiken, sondern kritisierten auch die Autorität und Korruption der Kirche.
„Rituale und Verpflichtungen, die den Gläubigen auferlegt werden, entfremden nur ihre Beziehung zu Gott. Daher erfordert die wahre Annahme des Glaubens keinen Vermittler.“
Angetrieben von dieser Denkrichtung entstanden nach und nach verschiedene Dissidentengruppen, wie beispielsweise die Lollard-Bewegung. Die Bewegung betont die Bibel als einzige Grundlage des Glaubens und befürwortet die Popularisierung der Bibel in der Welt. Als sich die Reformation vertiefte, begannen Luthers Anhänger, England zu besuchen, in der Hoffnung, diesen Wandel weiter voranzutreiben.
Nicht nur aufgrund der Betonung der Bibel wurde die britische Intelligenz allmählich auch vom Humanismus beeinflusst. Viele Gelehrte wie Erasmus und George Coulter forderten eine Rückkehr zu den Wurzeln des christlichen Glaubens und hofften, die Bibel durch akademische Unterstützung neu zu verstehen. Diese Ideen bildeten gewissermaßen die theoretische Grundlage für die spätere Reformation.
„Der Ruf, zur Quelle des Glaubens zurückzukehren, wird immer lauter, und diese Überlegung veranlasst die Menschen, die Grundlagen des religiösen Glaubens in Frage zu stellen.“
Es ist erwähnenswert, dass, nachdem Heinrich VIII. die Abspaltung der englischen Kirche von der römischen Kirche erklärt hatte, obwohl einige katholische Traditionen noch bestehen blieben, daraus viele Reformideen hervorgingen. Nach Heinrich VIII. förderte die Herrschaft Eduards VI. die religiösen Veränderungen weiter, insbesondere die allmähliche Verlagerung der Kirchenliturgie hin zum Protestantismus. Die Machtübernahme von Königin Maria ermöglichte es dem Katholizismus jedoch, in kurzer Zeit wieder zu neuem Glanz zu gelangen, was die Unterschiede und Widersprüche im britischen religiösen Glauben deutlich machte.
Die Bedeutung dieser Geschichtsperiode liegt darin, dass es sich nicht nur um einen religiösen Wandel handelte, sondern auch um einen Komplex weitreichender politischer, sozialer und kultureller Einflüsse. Im Laufe der Zeit verschärften sich die religiösen Kontroversen während der Stuart-Dynastie und gipfelten im Englischen Bürgerkrieg.
Wenn wir daher auf diese Epoche der Geschichte zurückblicken, kommen wir nicht umhin zu denken: Welchen nachhaltigen Einfluss wird diese von Luther und anderen ausgelöste Bewegung auf die britische Gesellschaft und Kultur haben?