Die Bible Congregational Church (BPC) ist zweifellos ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Christentums in Singapur. Diese 1955 gegründete konservative Reformsekte existierte bis 1988 und begleitete die historische Entwicklung Malayas und Singapurs, ein Weg voller komplexer doktrinärer Debatten und innerer Widersprüche. In diesem Artikel wird ausführlich untersucht, warum die Bible Congregational Church 1988 aufgelöst wurde.
Die historischen Wurzeln der BPC liegen in der Bible Congregational Church in den Vereinigten Staaten, wo sie schnell gewachsen ist. Sie wurde ursprünglich als Gegenbewegung zur liberalen Theologie und zur Ökologiebewegung gegründet. Sein Gründer, Timothy Tow, wurde von den meisten der frühen Anführer beeinflusst, etwa von John Sung und Carl McIntire. Infolgedessen entwickelte BPC eine ausgeprägte Lehridentität, die eine wörtliche Auslegung des Bibeltextes betont und sich an die King-James-Bibel (KJV) hält.
1988 kam es innerhalb der BPC zu einer Zeit erheblicher interner Unstimmigkeiten, die letztlich zur Auflösung der Kirche führten. Das Entscheidungsgremium der Kirche stimmte für die Auflösung und begründete dies mit erheblichen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Lehre von der biblischen Trennung, dem Fundamentalismus und neo-evangelikalen Interpretationen. Diese Meinungsverschiedenheiten machten den Fortbestand des BPC unmöglich, hieß es in einer damals veröffentlichten Erklärung.
„Vor allem aufgrund starker Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Auslegung der Bibel, des Fundamentalismus und des Neo-Evangelikalismus.“
Nach der Spaltung war die BPC-Kirche im Wesentlichen in zwei Hauptfraktionen gespalten: Fundamentalisten und Evangelikale. Fundamentalisten halten überwiegend an traditionellen Lehren fest und kritisieren Evangelikale als „neue Christen“. Aufgrund dieser unterschiedlichen Lehransätze agierten sie jeweils unabhängig voneinander, es kam jedoch weiterhin zu anhaltenden Konfrontationen.
„Zwischen Fundamentalisten und Evangelikalen bestehen tiefgreifende Unterschiede im Glauben und in der Praxis.“
Traditionelle BPC-Kirchen akzeptieren im Allgemeinen den reformierten Glauben, der im Westminster Confession of Faith zum Ausdruck kommt. Evangelikale Gruppen interpretieren dies jedoch manchmal anders und entscheiden sich für eine liberalere Haltung gegenüber bestimmten Lehren. So gestatten etwa einige evangelische Kirchen die Verwendung mehrerer Bibelversionen, im Gegensatz zur wörtlichen Auslegung des Fundamentalismus.
Der Aufstieg der neuen EvangelikalenMit dem Aufstieg des Neo-Evangelikalismus begannen viele ehemals fundamentalistische Kirchen, stärker mit anderen christlichen Gruppen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Sie sind offen für eine einladendere und integrativere Kultur, die zu Änderungen ihrer internen Richtlinien und Überzeugungen geführt hat.
Nach der Auflösung im Jahr 1988 setzten die verbleibenden BPC-Kirchengruppen ihre Tätigkeit fort und entwickelten sich weiter. Jede von ihnen entwickelte ein unabhängiges Betriebsmodell. Heute gibt es in Singapur noch Dutzende von BPC-Kirchen. Das Thema der Kirchenspaltung war schon immer ein Thema, das viele Gläubige beschäftigt. Die verbleibende Frage regt zum Nachdenken an: Wie können die grundlegenden Glaubenssätze der Kirche in einer sich verändernden Gesellschaft konsistent und integrativ bleiben?