Der Ophthalmologe | 2021

Erste Erfahrungen mit Brolucizumab bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration und Therapierefraktärität unter der bisherigen Anti-VEGF-Therapie

 
 
 
 
 
 
 
 

Abstract


Brolucizumab hat sich in den Zulassungsstudien als potentes Anti-„vascular endothelial growth factor“(VEGF)-Medikament zur Behandlung der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) erwiesen. Aufgrund seiner Wirksamkeit scheint es ein aussichtsreiches Medikament auch bei der Behandlung therapierefraktärer Patienten zu sein. In dieser Arbeit werden die Ergebnisse von Patienten präsentiert, bei denen aufgrund von persistierender Flüssigkeit unter der bisherigen Anti-VEGF-Therapie auf Brolucizumab umgestellt wurde. Es wurden 21 Augen retrospektiv untersucht, bei denen eine Therapieumstellung auf Brolucizumab aufgrund persistierender intraretinaler (IRF), subretinaler (SRF) und/oder subpigmentepithelialer (Sub-RPE-Flüssigkeit) Flüssigkeit trotz lang andauernder Anti-VEGF-Therapie nach pro re nata(PRN)-Schema erfolgte. Funktionelle und „spectral domain“-optische Kohärenztomographie(SD-OCT)-Daten wurden bei Erstindikation der Anti-VEGF-Therapie (I), bei Umstellung auf Brolucizumab (II), 4 Wochen nach Brolucizumab-Aufsättigung (III) und bei Reaktivierung der makulären Neovaskularisation (MNV, IV) analysiert. Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen der Flüssigkeitsverteilungen zwischen den Zeitpunkten (I) und (II). Nach Aufsättigung der therapierefraktären Patienten mit Brolucizumab (III) konnte eine Reduktion der zentralen Netzhautdicke („central subfield retinal thickness“ [CSRT], p\u202f=\u20090,0001), der SRF (p\u202f=\u20090,004) und der Sub-RPE-Flüssigkeit (p\u202f=\u20090,04), jedoch keine Visusverbesserung (p\u202f=\u20090,56) beobachtet werden. Durch die Therapieumstellung auf Brolucizumab kann eine Reduktion insbesondere der SRF und sub-RPE-Flüssigkeit auch bei solchen Patienten erreicht werden, die zuvor unter einer lang andauernden Anti-VEGF-Therapie persistierende makuläre Exsudation aufwiesen. Künftige Arbeiten sollten die Effekte von Brolucizumab bei diesem Patientenkollektiv weiter untersuchen.

Volume None
Pages 1 - 7
DOI 10.1007/s00347-021-01474-6
Language English
Journal Der Ophthalmologe

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