Wenn wir über die Herkunft von Erdöl und Erdgas sprechen, denken wir meist an das klassische Bild unterirdischer Ölfelder und die Bohrprozesse zu ihrer Förderung. Die Welt des Öls und Gases ist jedoch nicht auf traditionelle Ölfelder beschränkt. Tatsächlich gibt es zwischen konventionellen und unkonventionellen Öllagerstätten enorme Unterschiede, die sich nicht nur auf die Fördertechnologie auswirken, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Umwelt und die Wirtschaft haben.
Konventionelle Öl- und Gaslagerstätten kommen natürlich vor und liegen normalerweise in Tiefen von etwa vier bis fünf Kilometern unter der Erdoberfläche. Da dieses Öl und Gas leichter als Wasser ist, steigen sie aufgrund des Auftriebs entlang des Grundwasserpfads auf und fließen schließlich an die Oberfläche. Dieser Prozess kann dazu führen, dass ein Teil des Öls und Gases durch natürliches Versickern an die Oberfläche gelangt, während der Rest durch geologische Barrieren zurückgehalten wird, wodurch verschiedene Öl- und Gasansammlungen entstehen.
In diesem Fall sprechen wir von einem konventionellen Öl- und Gasreservoir, wenn die Öl- und Gaslagerstätte durchlässig genug ist.
Unkonventionelle Öl- und Gaslagerstätten weisen deutlich andere Eigenschaften auf als konventionelle Lagerstätten. Diese Ressourcen sind im Allgemeinen auf die Gesteinsstruktur beschränkt, da die Kohlenwasserstoffphasen durch starke Kapillarkräfte fest gebunden sind und daher besondere Bewertungs- und Gewinnungstechniken erfordern. Um energieunabhängig zu werden, greifen die USA auf unkonventionelle Öl- und Gasvorkommen zurück, die seit langem bekannt sind, deren Förderung in der Vergangenheit jedoch teuer war, wie etwa Schiefergas und Kohleflözgas.
Die heutigen unkonventionellen Öl- und Gaslagerstätten sind in ganz Nordamerika zu finden und enthalten eine große Vielfalt an Ressourcen.
In konventionellen Erdöl- und Erdgaslagerstätten sind die Entstehung und Ansammlung von Öl und Gas sehr deutlich zu erkennen. Normalerweise strömen dieses Öl und Gas aufgrund des Auftriebs auf natürliche Weise in das Bohrloch. Im Bohrloch angekommen, strömen Öl und Gas aufgrund von Druckunterschieden durch die Rohre an die Oberfläche.
Konventionelle Öl- und Gaslagerstätten können mit relativ kostengünstigen Technologien lokalisiert und erschlossen werden, während unkonventionelle Öl- und Gaslagerstätten weit verstreut sind und ihre Vorkommen nicht zuverlässig vorhergesagt werden können.
Die technischen und wirtschaftlichen Risiken bei der Erschließung dieser beiden Arten von Öl- und Gaslagerstätten unterscheiden sich erheblich. Im Gegensatz zu konventionellen Lagerstätten, die relativ einfach zu definieren und zu bewerten sind, beruht das Potenzial der meisten unkonventionellen Lagerstätten auf umfangreichen Bohrungen und Tests, um ihre wirtschaftlichen Reserven zu bestimmen.
Ganz gleich, ob es sich um konventionelles oder unkonventionelles Öl und Gas handelt, das Problem der Kohlendioxidemissionen kann nicht ignoriert werden. Allerdings unterscheiden sich die CO2-Bilanzen beider Systeme erheblich. Bei der konventionellen Öl- und Gasförderung wird die natürliche Umgebung genutzt, um Öl und Gas an die Oberfläche zu befördern, während die Förderung von unkonventionellem Öl und Gas sehr energieintensiv ist und dafür oft große Mengen Süßwasserressourcen benötigt.
ZusammenfassungDiese künstliche Übertragung von Wärme und Druck hat unvermeidliche Auswirkungen auf die Umwelt und kann sich negativ auf die Infrastruktur und Wirtschaft der örtlichen Gemeinden auswirken.
Da der Energiebedarf steigt und das Umweltbewusstsein zunimmt, werden Diskussionen über die Betriebsmodelle der Öl- und Gasindustrie und ihre Auswirkungen auf die Umwelt immer wichtiger. Wird die Förderung von unkonventionellem Öl und Gas in Zukunft die wichtigste Energiequelle sein? Dies wirft die Frage auf, in welche Richtung sich die Entwicklung in Zukunft entwickeln wird.