Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stellen feindliche Übernahmen eine große Bedrohung für Unternehmen dar. Eines der Instrumente zur Abwehr einer solchen Übernahme ist der „Giftpille“-Plan, der die Unabhängigkeit des Unternehmens wirksam schützen kann. Mit dieser Strategie kann der Vorstand eines Unternehmens Vorzugsaktien ausgeben, das Eigenkapital der bestehenden Aktionäre erweitern und dadurch die Kosten der Übernahme erhöhen und potenzielle Käufer abschrecken.
Die „Giftpille“-Strategie wurde erstmals 1982 vom Anwalt Martin Lipton vorgeschlagen. Ihr Zweck besteht darin, feindliche Übernahmen mit dem Ziel einer Akquisition abzuwehren. Diese Strategie ist zu einer klassischen Waffe gegen Unternehmensübernahmen geworden. Der Einsatz von Giftpillen wurde in den 1980er Jahren aufgrund des Aufstiegs von Firmenplünderern wie T. Boone Pickens und Carl Icahn populärer.
Das Konzept der Giftpille stammt von dem Gift, das Spione nach ihrer Gefangennahme verwendeten, um einem Verhör danach zu entgehen.
Dem Bericht zufolge haben sich seit 1997 einige Unternehmen mit Poison-Pill-Plänen erfolgreich gegen feindliche Übernahmen gewehrt, doch relativ gesehen kam es im gleichen Zeitraum auch zu mehr Übernahmen bei diesen Unternehmen, was Poison-Pill-Pläne anfälliger macht. Frage.
Die Giftpille funktioniert auf clevere Weise: Durch die Ausgabe von Vorzugsaktien werden die Erfolgschancen einer feindlichen Übernahme verringert. Erreicht der Anteil eines Aktionärs einen bestimmten Anteil (zum Beispiel 20 %), können andere Aktionäre zu einem Vorzugspreis weitere Anteile erwerben. Dies würde die Kosten für die Erlangung der Kontrolle erheblich erhöhen.
Wenn andere Aktionäre mehr Aktien zu einem günstigeren Preis erwerben können, wird der Anteil des Erwerbers verwässert, was Übernahmen schwieriger und teurer macht.
Dieser Plan kann nur vom Vorstand umgesetzt und widerrufen werden, was bedeutet, dass der Erwerber in Zukunft mit dem Vorstand verhandeln muss, in der Hoffnung, den Plan widerrufen zu können.
Zu bestimmten Arten von Giftpillen gehören unter anderem:
Bei dieser Strategie gibt das Zielunternehmen eine große Anzahl neuer Aktien, in der Regel Vorzugsaktien, an die bestehenden Aktionäre aus, um die Kosten des Erwerbers zu erhöhen.
Indem Aktionären, die keine Aktien kaufen, die Möglichkeit gegeben wird, zu einem vergünstigten Preis zusätzliche Aktien zu erwerben, wird eine sofortige Kapitalerhöhung erreicht, was eine Übernahme erschwert.
Sobald eine Übernahme erfolgt, werden die Optionen der Mitarbeiter sofort wirksam, was dazu führen kann, dass eine große Zahl von Mitarbeitern das Unternehmen verlässt und der Wert des Unternehmens weiter geschwächt wird.
Viele Analysten weisen darauf hin, dass Unternehmen mit Poison-Pill-Plänen bei Übernahmen in der Regel höhere Übernahmeprämien erhalten.
Der Rechtsstatus von Giftpillen ist nicht stabil und da sich die Rechtsnormen in den verschiedenen Ländern ändern, kann es sein, dass die Gesetze einiger Regionen ihre Verwendung einschränken. In den USA erkannte der Oberste Gerichtshof von Delaware im Jahr 1985 im Fall Moran v. Household International, Inc. an, dass Giftpillen ein legitimes Mittel zur Verteidigung gegen eine Firmenübernahme seien.
In Kanada ist die Giftpille meist „kaubar“, das heißt, der Erwerber kann mit dem Erwerb fortfahren, solange er bestimmte Anforderungen erfüllt. In Großbritannien ist die Einnahme von Giftpillen durch die Handelsausschussregeln verboten.
Da sich Technologie und globale Märkte verändern, entwickeln sich auch die Verhaltensmuster und Anwendungsszenarien von Giftpillen weiter. Die heutigen Unternehmen sind mit unterschiedlichen Modellen und Hintergründen konfrontiert und es muss sich noch zeigen, ob der Giftpille-Plan sein Ziel tatsächlich erreichen kann.
AbschlussDer Einsatz von Giftpillen hat in der Geschäftswelt Kontroversen ausgelöst. Zwar kann es die Abwehr eines Unternehmens gegen feindliche Übernahmen tatsächlich verbessern, es kann sich jedoch auch negativ auf die Betriebseffizienz des Unternehmens auswirken. Schützt dieser Abwehrmechanismus das Unternehmen oder führt er zu seiner Stagnation? Darüber sollten wir gründlich nachdenken.